Feuerlauf mit einer Schulklasse

Schule mal ganz anders

Gruppenfoto der SchulklasseWir durften Ende Januar mit einer neunten Schulklasse aus Heilbronn einen wunderbaren Tag verbringen. Begonnen hatte alles mit einer Anfrage des Lehrers Anfang Dezember. Er wollte sich von seinen Schülern mit einem netten Paukenschlag verabschieden, was  ihm auch wirklich gelang.

 

Die Ankunft

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, alle Eltern informiert waren und ihren Kindern auch die Möglichkeiten des besonderen Tages ermöglichten, starteten wir unseren besonderen Schultag.  Die Anfahrt war schonmal super, wir waren pünktlich da und das Wetter spielte auch mit. Es waren keine Minusgrade und es regnete nicht.  Die Autos waren  bis unters Dach voll mit Materialien, die noch für grosse Augen sorgen sollten.

Die letzten Vorbereitungen

Feuerstelle für den Feuerlauf der SchulklasseAls Erstes besichtigten wir den Feuerplatz. Wir begannen das Holz zu stapeln und alles  für den späteren Outdoorteil vorzubereiten. Glücklicherweise hatte der Klassenlehrer tatsächlich an alles gedacht, so dass wir recht schnell zurück zur Schulklasse konnten, die in der Zwischenzeit auch in der Jugendherberge angekommen war.  Wir leerten nun unsere Autos und bauten im Saal alles auf, was wir für die nächsten  Stunden brauchten.

Und los ging es

Nun ging er also los, der Schultag mal ganz anders.  Wir stellten uns kurz vor und merkten hier schon die Spannung bei den Schülern. So Aufmerksam war die Schulklasse wohl noch nieIhr Lehrer hatte ihnen ja schon erzählt, was auf jeden Einzelnen zu kommt. Sie kannten unser Video aus Stettin. Wussten also, was wir machen. Nur das selber zu machen, was dort zu sehen ist, konnten sich viele jetzt noch nicht vorstellen.  Zu Beginn erzählten wir von unseren eigenen Erfahrungen und den eigenen Grenzen und wie es zu ihnen kommt. Vor allem, was jeder machen kann, um sie zu verschieben. Wir berichteten von Erfahrungen ohne Essen und Trinken und merkten schnell, dass die Skepsis noch recht hoch war. Dann packten wir die Pfeile aus und es wurde schlagartig ruhiger und die Spannung stieg im Saal.

Dicker Hals und grosse Augen

Es gab sogar Freiwillige, die unbedingt als Erste den Pfeil brechen wollten. Es gab von Jim eine kurze Einweisung für alle undDie Schulklasse zerbricht Pfeile Ole bereitete die erste Schülerin auf  den ersten Schritt vor. Der Moment war gekommen. Den Schülern sollte es das erste Mal an diesem Tag die Sprache verschlagen.  Es war absolut ruhig in diesem Moment und alle sahen gebannt auf den Hals  und den Pfeil, der da irgendwo im Hals zu stecken schien. Dann der Schritt und der Pfeil bog sich etwas durch. Aber auch der Hals tat weh und es gab einen kurzen Abbruch. Denn es war ja nicht klar, was passiert. Bricht der Pfeil oder bohrt er sich in den Hals?! Dann der nächste Schritt. Konzentriert und mit dem Willen es jetzt wissen zu wollen und vor allem mit dem Vertrauen in sich selbst ging der Pfeil in Sekunden von Bruchteilen kaputt. Er brach in drei Teile und es war eine Sekunde der Erleichterung im Raum zu spüren, das nichts passiert ist. Der Pfeil ist gebrochen und der Schülerin geht es gut.

Dachziegel 

Die Schulklasse zerschlägt Dachziegel

So, das war der Anfang für die Schüler! Es war schön zu sehen, wie schnell sich die kleinen Grüppchen am Anfang zu einer grossen Gemeinschaft zusammenfanden. Besonders wichtig war es auch zu beobachten, wie die Klasse mit den Schülern umging, die den Pfeil nicht brechen wollten, aus welchem Grund auch immer. Sie wurden in ihrer Entscheidung bestätigt und nicht gedrängt oder belächelt. In dieser Stimmung erzählten wir weiter von eigenen Erfahrungen bei Grenzüberschreitungen. Dann kam es auch schon zum Zerbrechen der Dachziegel.  Welch eine neue Situation! Diesmal gab es viele, die unbedingt beginnen wollten. Und ja es gab auch einige, die zwei und mehr Ziegel mit der Hand zerschlagen wollten. Die Dachziegel wurden von allen kurz und klein gehauen und alle waren begeistert von der Möglichkeit so etwas zu schaffen.

Glasscherbenlauf

Um die Spannung schön Aufrecht zu erhalten, gab es eine kurze Pause und wir zerschlugen die Weinflaschen, um dann mit dem Glasscherbenlauf weiter zu machen. Mit dem neuen Mut ging es schnell über die Scherben und ja, es gab auch ein paar Tropfen Blut. Es floss nicht während des Scherbenlaufes, sondern beim Sauber machen der Füße.  Hier sind dann auch alle Schüler mit Begeisterung rüber gelaufen und genossen es, etwas zu machen was vor vier Stunden noch völlig undenkbar war.  Mit diesem Glücksgefühl entließen wir die Schüler zum  Abendessen.

Das Finale: Feuerlauf mit der Schulklasse

Feuerlauf mit einer SchulklasseEs war soweit! Der Höhepunkt unserer Arbeit sollte folgen und wir machen es an dieser Stelle auch ganz kurz. Alle die, die laufen wollten, liefen auch rüber und waren danach total von den Socken. Denn über 590 Grad heisses Holz ist vorher noch nie jemand gelaufen. Wir hören jetzt aber genau an dieser Stelle auf zu berichten, denn es ist ein Erlebnis, was nicht beschreibbar ist.  Eventuell gibt es ja hier mal ein Kommentar von einem Feuerläufer…

Danke

Wir wollen uns an dieser Stelle bei Mario bedanken, der gegen sämtliche Widerstände die etwas andere Schule erst möglich machte. Natürlich gebührt auch der neunten Klasse ein grosser Dank für ihr Vertrauen in unsere Arbeit. Wir sind uns sicher, dass allen dieser Tag der besonderen Schule immer in Erinnerung bleiben wird und wer weiß, vielleicht sehen wir den ein oder anderen ja mal wieder….